+20

Fahrradmobilität


Fahrradmobilität können Sie, liebe Redakteure und Journalisten, aus jeder beliebigen Perspektive betrachten. Radfahren verursacht weniger Emissionen (Lärm, CO2, NOx, PM etc.), verbraucht weniger Ressourcen in der Herstellung und im Betrieb (schont somit Geldbeutel wie Umwelt), benötigt weniger Fläche (sowohl im rollenden als auch im ruhenden Verkehr), bietet in urbanen Räumen jedoch die gleichen Reisezeiten wie Kraftfahrzeuge (auf Kurzstrecken unterbietet sie diese sogar), hält den Körper an der frischen Luft (je mehr Radfahren, desto frischer die Luft) in Bewegung, was zu erhöhtem geistigen und körperlichen Wohlbefinden beiträgt und Aggressionen verringert. Die Unfallrate (insb. mit Schwerverletzten und Toten) sinkt. Somit sinken auch Kosten für die Volkswirtschaft. Radfahren ist Transport von Waren und Personen, ist Sport, ist Spiel, ist Bewegung, ist Spaß, ist Lust, ist Lebensfreude, ist ein Statement für eine bessere Zukunft, ist Reparieren, ist Erfahren, ist Entdecken, ist Integration, ist sozial. Radfahren ist Lebensqualität. Radfahren ist Leben.

In München (Radlhauptstadt) fördert man das mit einem Millionenbudget, in Berlin (Hauptstadt) radelt man einfach, weil es hip ist, in Münster (Fahrradhauptstadt), weil man den guten Ruf verteidigen muss (den man sich natürlich hart erarbeitet hat), und anderswo gibt es viele weitere Gründe. Aber einer eint alle. Der Grund, der im Ruhrgebiet vielleicht am stärksten ausgeprägt ist: es ist verdammt nochmal notwendig. Und deswegen warten wir nicht, bis die Politik was macht, sondern: Wir radeln schon mal vor. Einfach so. Ohne Geld. Ohne, dass jemand uns oder wir jemanden gefragt hätten. Und zwar unter dem Namen VeloCityRuhr.

VeloCityRuhr - Wir radeln schon mal vor.

Es gibt schon zahlreiche Bürger, Städte, Vereine, Unternehmen, die sich für Fahrradmobilität einsetzen. Auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen. Diese gilt es, zu recherchieren, aufzuzeigen - vor allem durch Medien, wie das Ihrige - und zu vernetzen, so dass die Vision, das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel Nummer Eins zu etablieren, real wird.

Sie können Radfahren jetzt auch mit zu Fuß gehen ersetzen oder ergänzen (der einzige Nachteil, es geht nicht so schnell; manchmal ist das aber sogar von Vorteil).


Diskussionen

  • Prinzipiell erachte ich das Thema auch als sehr wichtig und richtig. In der vorgeschlagenen Weise ist es mir jedoch nicht kontrovers genug? Wieso? Eigentlich weiß man das ja schon alles: die aufgeführten Vorzüge sind doch den meisten bewusst, selbst Nicht-Radlern. Ich fände, man müsste das Thema offensiv vor dem Hintergrund der Fragen betrachten: Wie kommt es, dass so viele Fahrradfahren gut finden, aber wegen einzelner Fahrrad fahrender Rowdies gleich über alle Radler schimpfen? Wieso werden technische Finessen von Autos (auch im Zeit Magazin) regelmäßig beleuchtet, auf das Auto verzichtende Lebensentwürfe aber selten in ähnlicher Breite diskutiert? Warum ist die Gessellschaft so wenig bereit, den Lebens- und Arbeitsalltag auf Fahrradmobilität abzustimmen? Weil alles schnell und hochmobil gehen soll? Sind es die Bequemlichkeit, das schlechte Gewissen? die sonst wegbrechenden Werbeeinnahmen?

    • Interessante Frage dazu: Wenn praktisch alle Menschen wissen, dass Radfahren grundsätzlich eine gute und sinnvolle Alternative ist, warum macht's dann kaum einer?

  • tkarcher ist dafür
    +2

    Ich finde das Thema "Mobilität ohne Auto" grundsätzlich gut, inhaltlich geht mir dieser Vorschlag aber schon etwas zu tief in Details der Fahrradmobilität. Noch besser fände ich deshalb die grundsätzliche Frage: Warum nehmen Autos in den Medien heute noch eine so herausgehobene Stellung ein? Der hier beschriebene Vorschlag wäre also meine zweite Wahl nach diesem hier: Über den Anachronismus medialer Automobilverehrung

  • MichaelOe ist dafür
    +1

    Da ich nicht im Ruhrgebiet wohne, bin ich von dem Vorhaben nicht direkt betroffen. Ich habe in der Fahrradmetropole Oldenburg Chemie studiert und lebe nun in der Schweiz, wo man nicht "Fahrrad" sagt, sondern "Velo". Ich benutze für Kurzstrecken immer das Velo, für Strecken bis zu 100 km meistens. Und wenn es zu weit ist, benutze ich den öffentlichen Verkehr, am liebsten schienengebunden Offtopic-Fahrzeuge. Ein Auto besitze ich nicht, und ich werde mir wohl auch nie ein 4rad anschaffen. Für mich ist Velofahren ein Stück Lebensqualität, ein Stück Freiheit! Das bedeutet allerdings nicht, daß ich die Verkehrsregeln mißachte. Auch bin ich schon im Urlaub weitere Strecken gefahren, so war ich im Sommer 2009 5 wochen mit dem Velo unterwegs und legte die Strecke Zofingen, Basel, Karlsruhe, Saarbrücken, Luxemburg, Trier Koblenz, Bonn Köln Düsseldorf, Kleve, Arnheim, Leer, Oldenburg, Bremen, Hamburg, Hannover, Braunschweig, Harz, Mühlheim, Eschwege, Fulda, Frankfurt, Heidelberg, Offenburg, Basel, Zofingen zurück. Und die Freiheit auch wirklich zu genießen, trug ich die ganze Zeit kurze Hosen, keine Schuhe und keinen Helm.

  • Dooorie ist dafür
    +1

    Wenn man bitteschön die Hindernisse in den Mittelpunkt rückt, die sich dem Radverkehr heute noch in den Weg stellen, dann bin ich dafür. Diese sind aus meiner Sicht: Wie sichere ich mein Rad vor Diebstahl? Wie finde ich einen (sicheren) Stellplatz? Wie komme ich heil von A nach B?

  • Ich finde das Thema spannend. Wesentlich finde ich die Unterscheidung zwischen Hobby und Mobilität. Bei ersterem geht es um die Freizeitgestaltung (Feierabendtour oder sportliches Training), beim zweiten um die Fortbewegung. Ich würde mir einen Artikel wünschen, der zeigt, dass beide Arten des Radfahrens unterschiedliche Ansprüche haben.

    • Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine andere Radwegeplanung. Meine Stadt gibt Millionen Euros für Straßenplanung, -bau aus, aber nur wenige hunderttausend Euros für Fahrradwege. Gerade vor dem Hintergrund steigender Unfallzahlen, ist eine richtige Verkehrsplanung wichtig (Beispiel Holland u.a.)

  1. Sie können einen Vorschlag unterstützen oder ablehnen.

  2. Und ihn in Ihre Beobachtungsliste aufnehmen.

  3. Informationen über den Vorschlag einsehen...

  4. ...Schlagworte für diesen Vorschlag hinzufügen...

  5. ...oder den Vorschlag mit anderen per Facebook, Google+ oder Twitter teilen.

  6. Kommentare können Sie nicht nur bewerten...

  7. ...sondern auch dazu verfasste Antworten einsehen...

  8. ...selbst eine Antwort zu einem Argument schreiben...

  9. ... und neue Argumente einbringen.

  10. Oder aktiv den Vorschlag mitgestalten und Alternativen einbringen.