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Geschlechterunterschiede - biologisch betrachtet


In den Feuilletons und Gesellschaftsteilen der großen deutschen Zeitungen und Magazine wird seit Monaten über Geschlechterrollen diskutiert. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse zumeist vollständig ignoriert, obwohl die theoretischen Überlegungen und empirischen Daten der evolutionären Biologie und der Verhaltensökologie längst fundierte Aussagen über Geschlechterdifferenzen, auch beim Menschen, erlauben. Vergleiche von Spezies, kulturvergleichende Ansätze sowie die Auswertung historischer Daten, weisen darauf hin, zu welch weitreichenden Unterschieden der Verhaltensmechanismen der Geschlechter die natürliche Selektion führt.

Das zentrale Argument lautet, in vereinfachter Form: In den meisten Spezies, die sich geschlechtlich fortpflanzen, investiert ein Elternteil gezwungenermaßen wesentlich mehr Resourcen in die Aufzucht des Nachwuchs, als der andere. Bei Menschen beispielsweise ist die Befruchtung für den Mann relativ leicht herbeigeführt, während die folgende Schwangerschaft für die Frau sehr resourcenintensiv ist. Aus der ungleichen Kostenverteilung folgt, dass der Elternteil, der sich nach der Befruchtung weiteren Investitionen entziehen kann (bei Säugetieren also der Vater), bei der Partnerwahl wesentlich weniger sorgfältig vorgehen muss, aber dafür größerem Konkurrenzdruck ausgesetzt ist. Im Unterschied dazu sollte der Elternteil, der mehr investiert (bei den meisten Spezies die Mutter), seinen Partner sorgfältiger auswählen. Dieses Argument, welches durch vielfältige Evidenz gestützt ist, sagt zahlreiche Unterschiede im Erleben und Verhalten zwischen Männern und Frauen vorher. (Siehe z.B.: http://en.wikipedia.org/wiki/Parental_investment)

Durch eine Einführung in obige Argumentation könnte den subjektiven -- und oft wenig gehaltvollen -- Erörterungen, welche die öffentliche Geschlechterdebatte in letzter Zeit geprägt haben, eine haltbare, wissenschaftlich-aufklärerische Alternative entgegengesetzt werden.


Diskussionen

  • In den meisten Spezies investiert kein Elternteil irgendwas in den Nachwuchs. Wenn die Kleinen dann mal zufällig vorbeikommen, werden sie gerne auch verspeist. Darüber hinaus gibt es auch viel Brutpflege durch Geschwister und andere Verwandte. Nicht zuletzt ist das mit dem Geschlecht, Gender usw. auch kulturell, ggf. hormonell (in der Natur) veränderlich... Mein Eindruck: Wuscheliger Themenvorschlag, um doch irgendwie wieder stereotypische Rollen zu sanktionieren. Wenn es ernst gemeint ist, dann sollte nicht mit "Evidenzen" begonnen werden, sondern Geschlechtlichkeit grundsätzlich hinterfragt werden, z.B. wieviel Geschlecht braucht/ will die Menschheit?

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