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Demut - die unterschätzte Tugend


"Demut" gilt heute nicht nur als altmodisches Wort, sondern auch als altmodischer Wert. Unsere Gesellschaft könnte davon profitieren, wenn sie wieder neu geschätzt würde. Denn die Aufschneider, Sprücheklopfer, Gescheitheitsverwalter, Möchtegerne, Missgünstigen, Maßlosen usw. - also all die, die Demut fehlen lassen - gefährden unser Gemeinwohl, wenn sie tonangebend sind. Warum nicht Menschen präsentieren, die Vorbild sein können, weil sie das Spiel um die Macht auf Kosten anderer nicht mitmachen, die ihre Mitmenschen konsequent respektieren und dadurch unseren Respekt verdienen, die Bescheidenheit und Zurückhaltung leben, ohne ihre individuellen Interessen zu verleugnen?


Diskussionen

  • Laura ist dafür
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    Demut klingt in der Tat altmodisch und zudem höchst religiös. Unter diesen Prämissen habe ich keinen Zugang dazu gefunden. Mein italienischer Freund sagt mir indessen: "Devi essere più umile!" Umile = demütig, bescheiden. Er meint damit nicht, dass ich mich mehr unterordnen müsste. Vielmehr könnte dies die Situationen vermeiden, in denen ich ihm widerspreche, weil ich meine im Recht zu sein. Daraus entsteht dann eine Meinungsverschiedenheit, in der man ungerechter und forscher wird, aus reinem Stolz und Arroganz. Hinterher merkt man (meistens gibt man es nicht zu), dass man doch im Unrecht war oder zumindest, dass man dem anderen Unrecht getan hat. Aha. Das nächste mal einfach mal drüber nachdenken(!)/ernst nehmen, was der andere sagt. Auch wenn es einem in dem Moment unterwürfig vorkommt. Das Geheimnis ist: Jeder definiert seine eigenen Gefühle und Situationen selbst. Ich finde, man wird durch die Gesellschaft dahingehend erzogen, dass man immer seinen Kopf und Stolz behalten soll, wissen soll, was man will und sich nicht "reinquatschen" lassen soll. Das ist sicher nicht falsch, aber bevor ich vorschnell entscheide, nur damit ICH entschieden habe und nicht andere: Warum nicht zuhören, sich selbst verbessern (lassen) und dann beurteilen?

    Demut ist eine sehr tugendhafte Eigenschaft. In der Tat hat sie viel mit Gerechtigkeit zu tun. So schnell wie sie mit Unterwürfigkeit negativ (und vor allem ineffizient) konnotiert wurde und wird, so sehr ist sie letztendlich die Eigenschaft, die einen Menschen überlegen, voraussehend und erhaben macht.

    Weil es viel zu wenig thematisiert und unterschätzt wird und es dabei genauso aktuell wie vor 2000 Jahren ist, finde ich es ein ZeitMagazin-Thema wert. Eine neue Selbstauffassung wirkt relativierend und fördernd für das Individuum und die Gesellschaft. Her damit.

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