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Über den Anachronismus medialer Automobilverehrung


Das Automobil wird in den Medien überdeutlich verehrt. Dies zeigt sich u.a. in Fahrberichten über sportlich und den Status des Besitzers erhöhenden Autos (insbesondere im ZEIT-Magazin zu beobachten) oder in einer Verkehrsberichterstattung, die das Automobil als Maß der zu beurteilenden Dinge heranzieht.

Dieses mediale Berichterstattungsverhalten erscheint anachronistisch. Ist doch durch Studien und städtischen Zählungen bekannt, dass der Fahrradverkehr stetig eine Zunahme aufweist. Und dies nicht nur in Schönwetterzeiten, sondern auch in Phasen des Regens, Schnees und anderer widriger Wetterbedinungen. Das Fahrradfahren im Alltag hat längst eine Dimension angenommen, die nicht mehr unter einer Rubrik "Auto" in den Medien zu verorten ist. Darüber hinaus sind die individuellen Vorlieben und Stile von Menschen in Groß- und Kleinstädten durch die unterschiedlichsten Fahrradtypen, die der Handel inzwischen vorhält, berücksichtigt.

Eine seriöse und gleichzeitig unterhaltende Berichterstattung sollte sich von dem vermeintlichen Fahrzeugmonopol des Autos lösen und das Fahrrad in einen ebenbürtigen Fokus nehmen. Da gäbe es viel zu berichten: Initiativen zur Rückeroberung der Straße durch Radfahrer (Stichwort "Critical Mass"), Diversität der im Handel erhältlichen Fahrräder, das Fahrrad als Symbol für Status und Lebensstil seines Besitzers, Vernachlässigung der Entwicklung adäquater Verkehrsnormen durch Politik und Verwaltung, die "Umweltlüge" im Rahmen der Promotion elektrobetriebener Fahrräder (und Autos) sowie der Aspekt der Gesundheitsförderung durch alltägliche Fahrradbenutzung.

Bei Fortschreiten der bisherigen Entwicklungen wird für den städtischen Individualverkehr nicht mehr das Automobil "sexy" erscheinen sondern der gesundheits- und umweltbewusste Alltagsradfahrer mit einem entsprechend attraktiven zweirädrigen Fahrzeug.


Diskussionen

  • Dafür! Als autoloser Radfahrer in Frankfurt spürt man den Unterschied immer wieder deutlich: Umweltplakette und Radfahrbüro auf der einen Seite, Automobilmesse und vollgeparkte Radwege durch immer mehr SVUs auf der anderen Seite.

    Vielleicht könnte man das Thema nur ein bisschen weniger wissenschaftlich formulieren. Mein Vorschlag: "Wie zeitgemäß ist unsere Automobilverehrung?"

    Zudem ruft das Thema noch eine weitere Aspekte auf den Plan: welche Rolle spielen Automobil-Lobbies bei der Vermarktung? Wie erfolgreich sind -- besonders in Großstädten -- Car Sharing-Unternehmen?

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