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Das "Kundenbild" der Arbeitsagentur: faul, betrügerisch, unflexibel.


"Deshalb müssen Sie mindestens einmal am Werktag Ihren Briefkasten leeren. Am Wochenende und vor Feiertagen reicht es aus, wenn Sie die an Samstagen oder Tagen vor Feiertagen eingehende Post am darauf folgenden Sonn- oder Feiertag zur Kenntnis nehmen."

Das ist ein Zitat aus der Broschüre "Merkblatt für Arbeitslose" unter der Überschrift "Verfügbar sein" http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/MB-f-Arbeitslose.pdf.

Es ist beispielhaft für den Ton, der in diesem gesamten Heftchen angeschlagen wird. Dieser Ton vermittelt verkehrt herum gelesen das Bild von Arbeitslosen, das die "Agentur für Arbeit" von ihren "Kunden" hat: Sie sind faul, verschlagen, unflexibel, betrügerisch und verhindern ihre eigene Vermittlung, wenn die Behörde nicht rigide mit ihnen umgeht.

Die Arbeitsvermittlung läuft an vielen Stellen auf Demütigung hinaus. Dazu zählen auch die so genannten "Aktivierungsmaßnahmen".

Die "Kunden" der "Agentur für Arbeit" schweigen meist, zumindest in der Öffentlichkeit. Die Demütigung gelingt also. Über Gewaltausbrüche in Jobcentern wurde im vergangenen Frühjahr ein paar Wochen berichtet. Doch niemand fragte so recht, woher der Zorn kommt.

Dass schon der Arbeitsplatzverlust eine Demütigung ist und bei langer Dauer auch Identitätsverlust und Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe bedeuten kann, kommt in der medialen Öffentlichkeit kaum vor.


Diskussionen

  • violade ist dafür
    +2

    Sehr gute Idee! Vielleicht zusätzlich eine kurze Auseinandersetzung mit dem generellen Bild von Arbeitslosen in der Öffentlichkeit/ den Medien ("Sozialschmarotzer"-Einstellungen scheinen irgendwie überraschend weit vertreten zu sein).

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