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Einführen eines Schulfaches Wirtschaft in allgemeinbildenden Schulen


Wer nichts weiß, muss vieles glauben

Dieser Vorschlag soll dazu verhelfen, Wirtschaftswissen jungen Menschen möglichst früh nahe zu bringen. Grundkenntnisse benötigt ein Mensch fast jeden Tag. Wer zudem für seine Daseins- und Altersvorsorge verantwortlich tätig sein will, braucht dieses Wissen. Banken und Versicherungen sind erwerbswirtschaftlich tätig und vertreten ihre eigenen Interessen. Die Politik versucht, die Anbieter zu reglementieren - i. d. R. mit mäßigem Erfolg. Das kann nicht der einzige Weg sein. Besser wäre es, alle Bürger mit einem vernünftigen Rüstzeug ins Leben zu entlassen. Das wäre ein Beitrag für eine wirkliche Verbesserung des demokratischen Verständnisses unserer Gesellschaft - auch wenn Lehrer und die Kultusverwaltungen noch dagegen opponieren.

Der Einwand von dooorie ist berechtigt, wenn sie den Einfluss der Anbieter von Finanzdienstleistungen anspricht. Bei dem Vorschlag geht es genau darum, sich von den Einflüssen der Finanzdienstleister und Lobbyisten zu befreien. Kindern und Jugendlichen soll eben aus einer neutralen Sicht das Thema Wirtschaft näher gebracht werden. Es ist unbestreitbar, dass das tägliche Leben aus Nachfrage und evtl. auch Angebot von wirtschaftlichen Leistungen (= Gütern) besteht. Diese Zusammenhänge und die oft die Existenz gefährende Unkenntnis des Begriffpaares Risiko und Ertrag(serwartung) verdeutlichen den Stellenwert von Wirtschaftswissen. Wenn bei einer Vermögensanlage Gier Gehirn frisst, dann gibt es - hinterher, wenn ein Verlust eingetreten ist - die Klage über die schlechte Beratung. Das muss so nicht sein. Anleger müssen sich nicht auf den Rat eines Experten verlassen, wenn sie selbst über ein gerüttelt Maß an Wirtschaftswissen verfügen. Ähnlich verhält es sich im Kreditgeschäft. Wer beherrscht schon die Zinseszinsrechnung aus dem Effeff, wenn er das Angebot seiner Bank oder Bausparkasse nachrechnen will.

Bekanntlich wenden Erwachsene zu wenig Zeit auf, um sich gründlich zu informieren. Lieber verlässt man sich auf seinen "Berater", der eigentlich nur ein Verkäufer ist. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, warum die Kultusverwaltung der einzelnen Bundesländer und die Lehrergewerkschaften von einem Schulfach Wirtschaft nichts wissen wollen. Es kann doch nicht deren Ziel sein, Banken, Versicherungen & Co. in die Hände zu spielen. Wirtschaftswissen ist ein öffentliches Gut, also eine Sache des Staates, eine Aufgabe, die uns alle angeht.


Diskussionen

  • Dooorie ist dagegen
    +1

    Die bisherigen Angebote der ökonomischen Bildung in den Schulen werden vielfach von einseitigen Lobbyinteressen dominiert. Da wird Material von Bankenverbänden und Energie-Ogliopolen mit höchst einseitiger Darstellung verbreitet. Das ist das Gegenteil von Bildung, so etwas braucht es nicht!

  • speckberta ist dafür
    0

    positiv

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