+7

Kinderwahlrecht


Warum haben Kinder in Deutschland kein Wahlrecht? Es ist gegen das Grundgesetz, Menschen aufgrund ihres Alters so zu diskriminieren. Ab 18 hat man unabhängig von Reife und Intelligenz ein Wahlrecht. Für geistig Behinderte und demente Menschen kann zurecht ein gesetzlicher Vertreter das Wahlrecht wahrnehmen. Warum dürfen nicht ab Geburt Eltern für ihre Kinder und Jugendliche selbst wählen? Unsere Gesellschaft würde hierdurch gerechter und kinderfreundlicher. In einigen Bundesländern gab es ein Wahlrecht mit 16, das mit der Begründung "Jugendliche wählen falsch oder extrem" wieder durch die Folgeregierung entzogen wurde. Dies ist ein menschenverachtender Skandal. Anstatt gute Politik für Jugendliche zu machen, entzieht man dieser Gruppe auch noch ihr Wahlrecht. Man stelle sich vor, mit dieser Begründung anderen sozialen Gruppen ihr Wahlrecht zu entziehen...


Diskussionen

  • MichaelOe ist dafür
    +1

    Wahlen sind ohnehin ein heikles Thema. Sicher ist ein 3jähriges Kind nicht in der Lage zu entscheiden, welcher Politiker geeigneter ist. Und wenn die Eltern für das Kind abstimmen dürften, dann würden sie vermutlich das Kreuz dorthin setzen, wo sie ihr Kreuz auf ihren eigenen Wahlzettel hingesetzt haben. Und die fadenscheinige Begründung „Jugendliche wählen falsch oder extrem“ ändert sich nicht schlagartig, wenn man 18 ist. Auch 60jährige können „falsch“ wählen. In der Tat würde manch eine Abstimmung anders (und nicht selten zu Ungunsten der herrschenden Klasse) verlaufen, wenn man das Wahlalter herabsetzen würde. Und wenn eine Abstimmung zu Ungunsten der Herrschender abzulaufen droht, dann würden sie am liebsten das Wahlalter noch weiter heraufsetzen. Wahldiskriminierung gibt es auch in andere Weise, etwa bei Ausländern. In der Schweiz darf ein Ausländer nicht an Abstimmungen teilnehmen, selbst wenn er schon Jahrzehnte in derselben Stadt gewohnt hat. Warum darf er nicht abstimmen, ob in der Straße, in der ein wohnt, Gleise für eine Straßenbahn gelegt werden sollen oder ob es beim Busbetrieb bleibt. Auch ein Ausländer ist doch davon betroffen, ob durch seine Straßen stinkende und lärmende Omnibusse dahindieseln oder moderne lautlose Tramzüge dahingleiten. Vielleicht würde das Wahlergebnis anders ausfallen, wenn auch Ausländer, die möglicherweise kein Auto haben, und minderjährige Schulkinder, die ohnehin kein Auto haben, abstimmen könnten. Beide würden sich freuen, wenn sie nicht mehr mit Verspätung zum Ziel geschaukelt werden, sondern pünktlich zum Ziel kommen. Wenn nur erwachsene Inländer abstimmen können, die selber stolz darauf sind, ein protziges 4rad zu besitzen und die in denjenigen Menschen, die auf die Benutzung von Offtopic-Fahrzeugen „minderwertiges Menschenmaterial“ sehen, dann würden sie selbstverständlich gegen das Tram abstimmen, da sie Angst haben, sie selbst könnten mit ihrem 4rad in Stau stecken bleiben und vom Tram, in dem der „Pöbel“ reist, überholt werden!

    Ich erinnere mich noch an eine Abstimmung über die Finanzierung einer Umgehungsstraße um die Kleinstadt Mellingen im Kanton Aargau. Damit sollte erreicht werden, daß der Durchgangsverkehr nicht mehr durch die engen Gassen des historischen Städtchens fahrt, sondern großzügig drumrum. Da aber der Kanton (und nicht die Stadt) für die Finanzierung zuständig war, durften alle wahlberechtigten Bewohner des Kantons Aargau darüber abstimmen. Ist so ein Ergebnis repräsentativ? Die Ausländer und die Kinder, die im Städtchen wohnen, wären froh, wenn die dicken Laster nicht mehr durch die Gassen fahren, dürfen nicht abstimmen. Die Berufspendler (und natürlich auch die LKW-Fahrer), die nicht im Kanton Aargau wohnen, jedoch jeden Tag dort fahren, wären froh, wenn sie nicht mehr im Stau vor den engen Stadttoren stehen, sondern zügig die Stadt umfahren können, dürfen nicht abstimmen. Dafür dürfen alle erwachsenen Aargauer Bewohner mit Schweizer Paß, auch wenn sie in den entferntesten Ecken wohnen, etwa in Rheinfelden, Sins oder Murgenthal, abstimmen, auch wenn sie noch nie durch Mellingen gekommen sind. Ist deren Meinung repräsentativ? Könnte deren Meinung nicht sein: Was soll der Kanton Geld dafür verprassen, daß im weit entfernten Mellingen, wo ich nie hinkommen werde. Soll er das Geld lieber dafür ausgeben, daß HIER bessere Straßen gebaut werden. Somit kann also eine unbetroffene Mehrheit eine betroffene Minderheit überstimmen. Ich, obwohl weit von Mellingen entfernt wohnend, habe übrigens für die Umgehungsstraße gestimmt. Zwar komme ich nicht oft nach Mellingen. Aber wenn ich barfuß mit dem Velo durch das malerische Städtchen fahre oder barfuß über das angenehm begehbare Kopfsteinpflaster schreite, dann habe ich es lieber, wenn nur ab und zu sich ein Auto in der Stadt verirrt,

    Noch mal zurück zum Thema Ausländer in der Schweiz. In der Regel haben sie die Möglichkeit, sich nach 12 Jahren Aufenthalt in der Schweiz, ca. 6 Jahre im selben Kanton und ca. 3 Jahre in derselben Gemeinde leben (je nach Ort und Kanton gibt es geringe Abweichungen), sich einbürgern zu lassen, womit sie wahlberechtigt wären. Allerdings besteht kein Anspruch auf Einbürgerung. Und speziell in Gemeinden mit einem hohen Ausländeranteil ist man besonders restriktiv, und zwar aus Angst, die Schweizer Kultur könnte total bachab gehen. Würde man alle Ausländer, die einer ganz anderen Kultur angehören einbürgern, wenn sie einer geregelten Arbeit nachgehen, nicht kriminell sind und eine der Schweizer Landessprachen beherrschen, dann wären diese wahlberechtigt. Und wenn die Wahlbeteiligung der Eingebürgerten Bewohner höher ist als bei den „Urschweizern“, dann könnte das Ergebnis so ausfallen, wie es den Urschweizern nicht behagen würde. Manche Urschweizer ziehen in noch nicht von Ausländern verseuchte Orte, schließlich gibt es mehr „Neuschweizer“ als „Altschweizer“. Und wenn dann noch Eingebürgerte sich um politische Ämter bewerben, haben sie mehr Chancen, gewählt zu werden. Und wenn dann die Mehrheit der Gemeindevertreter Migrationshintergrund hat, werden die Meinungen „Urbewohner“ nicht mehr gehört. Und plötzlich gibt es für Frauen einen Kopftuchzwang, und Männer in kurzen Hosen werden gebüßt. Und davor haben manche Schweizer Füdlibürger Angst, angestachelt durch die wortgewaltigen Reden der SVP-Bonzen. Darum gilt das Motto: Wehret den Anfängen!

  • Fabian-NRW ist dafür
    +1

    Wichtiges und kontroverses Thema. Eignet sich sicherlich für einen Beitrag. Wilko Zicht ist da sicherlich ein guter Ansprechpartner, oder Krätzä.

    Dass Eltern für Kinder wählen sollen, finde ich persönlich höchst problematisch, ich befürworte die Regelung, dass das Wahlrecht durch Eintragung in eine Wahlliste im Rathaus erlangt wird, ab 18 dann automatisch. Das Problem der Vertretungswahl durch die Eltern könnte aber im Rahmen des Beitrags diskutiert werden.

  1. Sie können einen Vorschlag unterstützen oder ablehnen.

  2. Und ihn in Ihre Beobachtungsliste aufnehmen.

  3. Informationen über den Vorschlag einsehen...

  4. ...Schlagworte für diesen Vorschlag hinzufügen...

  5. ...oder den Vorschlag mit anderen per Facebook, Google+ oder Twitter teilen.

  6. Kommentare können Sie nicht nur bewerten...

  7. ...sondern auch dazu verfasste Antworten einsehen...

  8. ...selbst eine Antwort zu einem Argument schreiben...

  9. ... und neue Argumente einbringen.

  10. Oder aktiv den Vorschlag mitgestalten und Alternativen einbringen.