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Generation der Egoisten


Meine Generation (30+) wird oft "Generation der Egoisten" genannt. Anstatt kollektiv glücklich sein zu wollen, sucht jeder sein Glück selbst. Selbstverwirklichung, Erfahrungshunger, Flucht vor der Verantwortung für andere: Ich zuerst. Und ich später. Vielleicht kommt noch jemand dazu, dann aber bitte möglichst viel Raum dazwischen, denn wir alle "leiden" unter Platzangst und brauchen unsere Freiheit. Was früher Künstler für sich beanspruchten, tun heute vermehrt ganz normale Steuerzahler. Egoisten scheinen sich selbst zu mögen und den Individualismus auf Hochtouren zu genießen. Ist das wirklich so? Es mag sein, dass die Ausrede "Freiraum" unüberhörbar ist, doch viele der so genannten Egoisten wünschen es sich oft anders. Sie wissen aber nicht so recht, wie das andere geht. Unser Egoismus ist gesellschaftsbedingt. Wenn ich nicht weiß, wann der beste Zeitpunkt z. B. ist, Kinder zu kriegen, hilft mir die Tatsache, dass es viele andere auch nicht wissen, ein bisschen dabei, weiterhin ratlos zu sein. Ein bisschen mehr hilft mir die fehlende Kinderbetreuung und die Schwierigkeiten, über die Freunde klagen, die nur stundenweise einen Kitaplatz haben. Ganz viel helfen mir die kinderlosen Karrierefrauen. Trotzdem gerate ich in Konflikt mit mir selbst: Ich will kein Egosit sein. Doch ich fürchte, ich muss. Sonst habe ich in dieser Gesellschaft keine Chance. Koste es was es wolle. Unsere Vorfahren waren auch Egoisten, nur anders. Der Sohn musste die Werkstatt übernehmen, die Tochter sich um die Eltern kümmern. Es durfte nicht studiert werden, weil Studium Freiheit verschafft. Argumentiert wurde damit, dass man es auf dem Bauernhof nicht brauchen würde. Vielleicht kann man behaupten, dass die früheren Generationen aus Egoismus Kinder kriegten? Wir kriegen eben aus Egoismus keine! ...

Wie entstehen eigentlich die Klischees über die Generationen, warum liegt eine große Kluft zwischen den unterschidlichen Jahrgängen und wer und wann hat den Egoistenstempel angefertigt. Eine Ursachenforschung.


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