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gelebter Tierschutz - kein Verzicht, sondern ein Gewinn an Bewusstsein


Mich wundert immer wieder, dass es uns Verbrauchern so leicht gemacht wird, zwischen einem Lebewesen und einem Stück Fleisch so drastisch zu unterscheiden. Wenn das Schnitzel am Teller liegt, denkt doch fast niemand (der "normalen" Esser) an den Weg und die Herkunft und die Geschichte, die dahinter steckt. Mich würde ein Artikel über all die kleinen Dinge freuen, die uns Verbrauchern von Tierprodukten verheimlicht werden und die man, wenn man einen Blick hinter die Kulissen wirft, alle entdeckt: z.B. Gelatine bei der Saft-/Weinherstellung, die Tötung der Hälfte aller geschlüpften Küken in der Ei-Produktion, die Abtötung der Seidenraupen zur Gewinnung unverletzter Kokons für die Seidenproduktion usw.

Wer sich nicht mit dem Thema beschäftigt, erfährt so gut wie nie etwas darüber, es wird einem eine heile Welt vorgespielt, in der wir leben dürften. Natürlich nur solange, solange wir keine Fragen stellen.

Denn wenn man einmal begonnen hat, sich mit der Thematik auseinander zu setzen, dann blickt man in solche Abgründe, dass das nicht ohne Folgen an einem vorbeigehen kann.

Wenn doch, dann nur wegen eben jenem Phänomen, das ich ganz oben ansprach: dass ein Schnitzel kein Stück Schwein mehr ist in unseren Köpfen. Ein Schnitzel ist ein Schnitzel. Und ein Schwein ist ganz weit weg.

Doch wer eben nicht wegschaut, der gewinnt viele viele schlimme Bilder, manchen Tag an dem man sich und alle anderen hasst, eine lange Zeit, in der man sich mit nichts mehr sicher ist, aber auch, wenn man sich einmal für das gute Gewissen entschieden hat, einen neuen Reichtum an Möglichkeiten und Fülle an Nahrungsmitteln, die man als einfacher "Braten-mit-Knödel-Esser" so nicht kennt. Man lernt unglaublich viel (natürlich immer vorausgesetzt, dass man sich wirklich dafür interessiert) und kann so viele neue Sachen ausprobieren.. z.B. Pakoras mit Mango-Chutney und Safran-Reis oder Sesamweizentaler mit Rote Beete Gemüse und Feldsalat hmmm!

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte: dass dieser Verzicht gleichzeitig ein unglaublicher Gewinn sein kann, nicht zuletzt an neuem Wissen, aber auch an einem Leben nach Konsequenzen und mit gutem Gewissen.

"Niemand begeht einen größeren Fehler, als derjenige, der nichts tut, nur weil er meint, dass er wenig tun könnte..."


Diskussionen

  • annebo62 ist dafür
    +2

    Sie sprechen mir aus der Seele! Seit 15 Jahren bin ich Vegetarier aus Überzeugung und Respekt vor dem Tier. Auch versuche ich, möglichst vegan zu leben, das allerdings gelingt mir nicht immer - aber wenigsten bin ich mir meiner Verantwortung bewußt! Es ist ungemein wichtig, den Verbrauchern nahe zu bringen, wie ihr "Fleisch" hergestellt wird und welches Leid dahinter steht. Hier auch eine Anmerkung zum "Gourmetrezept" im Zeitmagazin: zu viel Fleisch und Fisch!

    • Ich stimme Ihnen voll und ganz zu! Es muss dringend mehr über die Fleischherstellung und welche Qualen diese Tiere bis zur Schlachtung erleiden, bekannt gemacht werden. Am meisten regt mich aber immer wieder diese Scheinheiligkeit auf, wenn in einer dieser "Tageszeitungen" über ausgesetzte Hunde, Katzen etc., dramatische Berichte stehen und alle Mitleid jammern und dann aber, in die Schnitzelsemmel beissen. Vielleicht sollte man Hundefleisch anbieten, dann würden die Verbraucher Alarm schlagen und wären entsetzt!

      Im Übrigen gebe ich Ihnen recht, die "Zeit" veröffentlicht in Ihren Gourmetrezept viel zu viel Fleisch- und Fischrezepte.

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