+9

Flüssige Demokratie - was bestimmt, was fließt?


Mein Vorschlag ist, genau(er) hinzuschauen, was denn da und hier wirklich mit den Inhalten passiert. Deswegen dieses Ad-Hoc-Protokoll eines Selbstversuches - inzwischen bei Tag zwei weitergemacht.

Tag eins: -- Ich lege meinen Beitrag an - ich sehe nicht, wer und vor allem wie viele ihn aufrufen. Möglich, dass genau dieses nicht interessiert.

-- Was, wenn sich die Leute nur anmelden, um IHREN Vorschlag zu platzieren? Wenn sie nicht schauen, gibt es bereits einen Vorschlag, der vielleicht erweitert werden müsste oder könnte, oder der ergänzt werden müsste.

-- Was, wenn es ein Hin und Her an Ansichten gibt, die aber inhaltliche keine Veränderungen bringen, also nur als Hin und Her im Raum stehen.

-- Mir bleibt es unklar, warum die erste Anzeige der Themen immer die Top 10 zeigt, statt mit einem Zufalls-Generator mal dieses mal jenes Thema in die Erstansicht zu bringen. Nur das würde die Pluralität annähernd widerspiegeln. Alles andere ist Markt.

-- Auch die Anzeige der Tags ist Markt, nicht alphabetisch, nicht einem Zufall gehorchend, sondern stumpfe Häufigkeit. Übersicht gewinnen sieht anders aus.

-- Was ist, wenn ich nach "Beteiligung" suche, wenn ich "Bürgerbeteiligung bei Großprojekten" angezeigt bekomme, aber nicht meinen Themen-Vorschlag. Wo ist er hin? Habe ich etwas falsch gemacht, als ich ihn eingestellt habe? Bin ich der Inkompetente? Gibt es irgendeinen Fehler auf der Seite - was macht mich so misstrauisch?

-- Dann verwende ich das Suchwort [In Zeitmagazin suchen - Die Suche umfasst Themen und Vorschläge] "Bürgerbeteiligung" - Ergebnis: Keine Eintragungen. Also auch der eben angezeigte Beitrag wird nicht als Ergebnis vorgeschlagen. Warum jetzt nicht?

-- Ich melde mich erneut an - ich werde begrüßt, aber mein Themen-Vorschlag wird nicht automatisch angezeigt - aus welchem Grund?

-- Nun, wo ich mich wieder angemeldet habe, da sehen die Ergebnisse wieder umfangreicher aus. Warum ist das so, warum muss man sich erst anmelden, um ALLE Vorschläge zum Thema "Bürgerbeteiligung" zu sehen? Warum und nach welchen Kriterien wird gefiltert, was wird wann wo angezeigt? Alles nur eine verzeihliche Schwäche?

Ein zweiter Tag -- Aus einer 2:0 Wertung ist ein 1:1 geworden. Kann man sich umentscheiden? Kann man seine Wertung wieder zurücknehmen? Wer weiß es schon?

-- Auffallend, auch bei all den anderen Beiträgen jüngeren Datums taucht überall ein kategorisches "Nein" auf. Als sei jemand durchgegangen und habe ungeachtet der vorgeschlagenen Inhalte sein "Njet" eingepflegt. Es scheint, es käme gar nicht auf die Inhalte an sondern nur auf das so Handeln.

-- Dann schaue ich genauer hin: Ringbahner arbeitet aus dem Hintergrund und im Sekunden-Takt.

[7. April 2012 22:41] angemeldet Ringbahner hat noch keine Kurzbiographie angegeben.

Ringbahner ist gegen StVO - brauchen wir neue Regeln im mobilen Miteinander? ... 8. April 2012 23:00 · Mehr...

Ringbahner ist gegen Auto ade - Ein Leben ohne beginnt im Kopf! ... 8. April 2012 22:59 · Mehr...

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Was aber soll Adhocracy ausrichten gegen eine Person, die sich verhält wie "Ringbahner". Und was wäre, wenn "Ringbahner" repräsentativ ist.

-- Oder wenn "Ringbahner" ein BOT ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Bot)? Ja, was dann?

-- Sollte man eine Kurzbiographie als verbindlich einführen? Aber auch dann könnte man sich, um der Form zu genügen, eben eine ausdenken und man käme "durch".

-- aber Kurzbiographien kann ein BOT auch.


Diskussionen

  • UlrichC ist dafür
    +3

    Ich möchte noch hinzufügen, dass es offensichtlich Menschen gibt, die nur um ihr eigenes Thema, das anscheinend kaum jemanden interessiert nach oben zu bringen, nicht davor zurückschrecken, prinzipiell alle anderen Themen mit Nein-Stimmen zu belegen, egal um was es geht. Das geschieht dann auch noch mit erstaunlich hohem Tempo, insbesondere bei Anhängern des Themas "Was ist eine Berufsbildende Schule?". So hat z. B. die Nutzerin "Marion" sich heute um 17:03 Uhr angemeldet und nach sechs Minuten schon ihr eigenes Thema gefördert und sieben andere Themen abgelehnt. Auch andere Personen, die sich heute Nachmittag angemeldet haben, handelten so. Das ist sehr bedauerlich, aber hoffentlich nicht schädlich.

  • UlrichC ist dafür
    +3

    Auch ich finde, dass über die Abstimmungsmethoden hier einiges an Unklarheit herrscht. Wenn ich mir die Rankordnung der Themen ansehe, scheinen die Gegenstimmen gar keine Rolle zu spielen. Warum gibt es sie dann? Wer geht denn eigentlich am Ende als Sieger vom Platz, derjenige mit den meisten "Ja"-Stimmen oder der mit der größten Differenz? Spielen die Kommentare und deren Anzahl eine Rolle bei der Wertung? Ok, das ZEITmagazin behält sich ohnehin das Recht vor selbst zu entscheiden, was letzten Endes gebracht wird, doch erwarte ich eigentlich, dass dieses Recht nur ausgeübt wird, um nicht womöglich irgendwas volksverhetzendes oder sonstwie illegales bringen zu müssen.

    Auch die Tatsache, dass viele Themen hier mehrfach begonnen wurden, ist ein Problem. Nehmen die sich gegenseitig Stimmen weg? Oder genügt es darauf zu vertrauen, dass man dabei in beliebig vielen Themen seine Stimme einbringen kann?

    Wird es "Strategen" geben, die am Schluss nach andere Themen schlecht machen, in der Hoffnung dadurch dem eigenen Thema zum Durchbruch zu verhelfen, würde das überhaupt funktionieren? Würde ein solcher Versuch nach hinten los gehen, weil durch gegensätzliche Meinungen ein Thema erst interessant wird?

    Es bleibt vieles unklar. Daher auch mein "Ja" zu diesem Thema, obwohl ich hier auch schon ein eigenes Thema zu laufen habe und daher Konkurrenz fürchten könnte.

  • TravelingMadMacB ist dafür
    +2

    Zwei Ansätze:

    1. Redaktion fehlt

    Meinungen sind teilweise schwer zu erfassen, da in Foren geschrieben wie gesprochen wird.

    Kurze, zielgenaue Äußerungen würden m. E. eine demokratische Auseinandersetzung mit einem Thema fördern.

    Langatmige Äußerungen verlangen durch mehr Raum mehr Aufmerksamkeit. (?)

    2. Zeit ist ....

    Demokratie?

    Wer viel Zeit hat, hat die Möglichkeit viel zu kommentieren. Hat damit jemensch mit mehr Zeit auch eine wichtigere (wie auch immer das bewertet werden sollte) Meinung?

    Liquid Democracy = Demokratie der "Zeitreichen" statt der Geistreichen?

  • MichaelOe ist dafür
    +2

    Wenn man herausfinden will, ob ein Thema bereits bearbeitet wurde, bleibt manchmal nichts anderes übrig als alle Beiträge durchzuklicken. Über die Suchfunktion funktioniert das nicht immer. Das liegt zum Teil daran, daß manche Leute ein Ding verschiedene Ausdrücke verwenden. Wenn man etwa nach Beiträgen sucht, die von Straßenbahnen handeln, findet man sie nicht, wenn der Autor konsequent das Wort "Tram" benutzt (ganz zu schweigen, wenn lediglich vom "Offtopic-Fahrzeug" die Rede ist, da dieser Ausdruck nur von einigen Barfüßern verwendet wird, ansonsten eher unüblich sein dürfte). Auch eine unterschiedliche Schreibweise (etwa mal mit, mal ohne Bindestrich) könnte eine Suche fehlschlagen lassen. Oder auch nur ein Schreibfehler im Originaltext. Was mich bei den Tags stört: Wenn man sich dort mal verschrieben hat und abgespeichert, kann man das Wort später nicht mehr korrigieren. Man kann zwar das richtige Wort noch hinschreiben, aber das falsche Wort bleibt bestehen, was nicht unbedingt einen schönen Eindruck macht.

  • Fabian-NRW ist dafür
    +2

    Erstens: Ich unterstütze diesen Beitrag voll und ganz. Ich gehe mal davon aus, dass es im Magazin mindestens auf drei Seiten um Liquid Democracy / Demokratie im Internet im allgemeinen und adhocracy im Speziellen und den Versuch des ZEITmagazins im noch spezielleren gehen wird. Aber natürlich sollte dieser Vorschlag dennoch so hoch wie möglich gerankt sein, deswegen: Alle +1!

    Zweitens: Hier wäre ein geeigneter Ort, Verbesserungsvorschläge und Kritik am adhocracy-tool zu sammeln. Ich wette, die Macher*innen von adhocracy haben bei diesem Versuch so viel Feedback gesammelt wie vorher noch nie und werden eine lange Liste an Verbesserungen abarbeiten. Geben wir ihnen noch mehr Futter. Nicht zulesetzt arbeiten die meisten wohl ehrenamtlich am code. Wo kann man spenden?

    Konkret: Ich wünsche mir auch mehr Übersicht. Das Dashboard, die persönliche Übersichtsseite muss ausgebaut werden. Welche 10 Vorschläge habe ich mir zuletzt angeschaut, gibt es neue Kommentare, wo ich kommentiert habe? Wie steht die Zustimmung bei den Vorschlägen, über die ich mit abgestimmt habe? Wie werden meine Delegationen eingesetzt, kann ja sein, dass jemand, dendie ich mit der Delegation beauftragt habe, seineihre Meinung geändert hat. Von allen noch nichdt bewerteten Vorschlägen: welche 10 haben die größte Übereinstimmung mit den tags von den Vorschlägen, dich ich schon bewertet/kommentiert/angeschaut habe? - Zweiter Verbesserungsvorschlag: Ich würde gerne für ganze Themenbereiche delegieren können. So ist die Handhabung bei 100+ Vorschlägen mühsam. - Dritter Verbesserungsvorschlag: Ich würde gerne mit anderen Nutzern direkt sprechen können. Warum kann ich nicht anzeigen lassen, dass ich gerade online bin oder gerade skype anhabe. Dann könnte man direkt über Vorschläge diskutieren, was viel fruchtbarer ist, als es hier gehandhabt wird.

    • Fabian-NRW ist dafür
      +1

      Gleich noch einen Vorschlag hinterher: Ich würde gerne Vorschläge für andere markieren können à la "befasst Euch bitte damit" - Wenn andere dann meine Benutzerseite aufrufen sollte eine Auswahl der so markierten Vorschläge als erstes Auftauchen. Auf der Übersichtsseite der Vorschläge könnten die Markierungen auch genutzt werden, um viel Markierte Vorschläge weiter oben in der Liste anzuzeigen.

  • godot ist dafür
    0

    Ich würde es einmal anders ausdrücken:

    ADHOCRACY FUNKTIONIERT NICHT

    Jedenfalls nicht gut genug. Möglicherweise gibt es bessere Software für LiquidDemocracy, mit Adhocracy ist es ein ziemlicher Murks. Themen mit wenigen Unterstützern gehen völlig unter, es gibt keine Ordnung, auch für diese ZEIT-Aktion keine klaren Regeln (bei dieser Häufung von Themen müsste es einen Ausscheidungsprozess geben, z.B. eine K.O.-Runde, bei der zwei Themen aus dem Bereich niedrieger Zustimmung für 1-2 Tage gegeneinander antreten (und somit prominent platziert werden), das schlechtere fällt dann raus)).

    Es gibt soviele softwaretechnische Schwächen in Adhocracy, dass ich diesen Versuch als technisch gescheitert ansehe (nicht aber unbedingt das Konzept).

    • godot ist dafür
      +1

      Ja, so ist es wohl, aber ich denke, gerade das Klientel der ZEIT ist durchaus zur Metadiskussion über das "Spiel" fähig. Der Ausgang dieses Spiels ist mir eigentlich egal (schade natürlich, dass mein Vorschlag Mächtig machtlos? - für den ich dann hier gerade mal eben Schleichwerbung mache - so in der Bedeutungslosigkeit versinkt), die gerade führenden Themen sind für mich OK (a propos: welche Themen sind eigentlich an der Spitze? Die mit den meisten Zustimmenden, die beste Differenz dafür-dagegen, oder die beste prozentuale Zustimmung (herzlich willkommen, 1:0-Gewinner)?).

      Aber als Alternativmodell zu unserer Parteiendemokratie taugt diese Software einfach nicht. Die Grundprobleme sind:

      • mangelnde Übersichtlichkeit
      • mangelnde Transparenz (Bewertungsschema, Sortierkriterien, etc.)
      • mangelnde Bedienbarkeit (z.B. können die Antworten zu Kommentaren viel zu leicht übersehen werden)

      Wie die Piraten mit solcher Software effizient arbeiten wollen, ist mir schleierhaft. Aber die setzen ja auch ein anderes Tool ein, vielleicht ist das besser.

      Denn ich bin der Überzeugung: Das Hauptproblem ist hier die Software, nicht die Grundidee.

      Mich würde mal interessieren, was man tun muss, um seine eigenen Ideen durchzuboxen (wenn man mal von unsauberen Methoden wie Bots absieht). Ich denke, hauptsächlich ist das:

      • Lege den Vorschlag so früh wie möglich an (es gibt Ausnahmen wie 'Rollerderby'). Wer einmal oben in der Liste steht, hat einen klaren Vorteil (wer hat, dem wird gegeben)
      • Verfasse einen guten Titel
      • nimm ein polarisierendes Thema (denn die heutige Bestenliste interessiert die 'dagegen'-Stimmen ja nicht)
      • Beginne den Titel mit einem Sonderzeichen, um in der alphabetischen Sortierung weit oben zu stehen und auf diese Weise Neuankömmlinge abzufangen (ist mir ein paarmal gelungen; ich denke, Neulinge nehmen sich eher die Zeit, mal ein paar Dutzend Themen zu überfliegen als Leute, die schon länger dabei sind; wer hinten in der Liste steht, hat keine Chance)
      • ändere dein Thema ab und zu, so dass dein Themenvorschlag in deiner Aktivitätenliste weit oben platziert ist
      • Diskussionsbeiträge bei anderen scheinen eher nichts zu bringen, was wohl vor allem daran liegt, dass niemand automatisch (per Mail etc.) informiert wird, wenn ein Kommentar oder Beitrag weiter kommentiert wird
      • die Methode 'Abwerten anderer Beiträge' ist wohl nutzlos (zum Glück), da die 'dagegen'-Stimmen beim Ranking keine Rolle spielen
      • und natürlich könnte ich Heerscharen von Freunden (oder eigenen weiteren Emailadressen) bemühen, um mein Thema nach oben zu puschen

      Was in der Liste leider fehlt, ist eine aktive inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen.

      Aber das hier ist ja auch nicht Politik, sondern ein Ausprobierraum im Rahmen des ZEITmagazins. Vielleicht funktioniert es ja bei den Piraten. Und vielleicht ist die reale Politik auch nicht besser...

      P.S.: Godot kommt morgen.

    • GF2012 ist dafür
      +1

      Naja, die Sache funktioniert so wie sie nunmal funktioniert. Und da das "Spiel" unterwandert, wer es beim Wort nimmt und hinterfragt (P.S. Kommt Godot?), hat er gleichzeitig die Sache nicht verstanden - jedenfalls aus der Sicht der anderen. Man ist also schnell draußen, selbst wenn man nie richtig drin gewesen ist. Und das verursacht mir "Bauchweh". Dennoch, sehr gute Vorschläge in Ihrem Beitrag - und danke für den Kommentar.

      • La_lionne ist dafür
        +1

        ich schließe mich allen kritischen Anmerkungen an und dachte gerade: aha! -es gibt Strategien, Sonderzeichen, Heerscharen von Freunden (aus facebook??? oh gott) Da habe ich schon wieder keinen Nerv mehr, weil ich den Verdacht habe, wir gehen hier einer gefällt-mir-button-Demokratie auf den Leim. Das Ganze ist interessant und amüsant, solange es eher nicht um die schrecklichen Probleme unserer Zeit geht. Daher ein klares Ja zu diesem Thema.

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