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Gemeinwohl statt Wirtschaftsdiktatur


"Alle wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl" - das ist keine kommunistische These, sondern Artikel 151 der Bayerischen Verfassung. Was sagt er uns? Wirtschaft muss dienen und darf nicht herrschen. Sie muss dem Leben dienen und nicht dem Selbstzweck ihrer eigenen Erhaltung um jeden Preis. Wir leben zwar in einer politischen Demokratie, aber gleichzeitig in einer Wirtschaftsdiktatur, die jeden Bereich des Lebens und der Gesellschaft beherrscht und ihrem Zweck unterwirft.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jagen einer scheinbar alternativlosen Wachstumsidee hinterher. Diese Idee, die nur der Systemerhaltung dient und mit dem Leben auf dieser Erde nicht vereinbar ist, wird von immer mehr Menschen im Westen infrage gestellt. Nun bedarf es starken, tragfähigen Alternativen zum herrschenden System. An solchen Alternativen und ihrer Umsetzung arbeiten schon jetzt unzählige Menschen und Initiativen. In der Berichterstattung der Medien kommen sie aber viel zu kurz.

Eine dieser Alternativen ist die ReWiG München eG in Kooperation mit der Gemeinwohlökonomie. Sie steht - ebenso wie das Liquid-Democracy-Experiment der Zeit-Magazins - für eine Zukunft mit "flüssiger Demokratie" in Bürgerhand. Deshalb schlage ich sie für die Themenauswahl vor.

Die ReWiG München eG setzte seit Januar 2011 das Konzept der Regionalen Wirtschaftsgemeinschaften um. Über eine Genossenschaft können sich Bürger und Bürgerinnen direkt an nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen in ihrer Region beteiligen. Die Unternehmen werden nach der Gemeinwohlbilanz geprüft. Eine euro-unabhängige und zinsfreie Komplementärwährung schafft einen neuen Wirtschaftskreislauf ohne Wachstumszwang. Im Januar diesen Jahres gründete sich auf derselben Konzeptbasis die ReWiG Schlehdorf und ist nun eine ReWiG Allgäu geplant. Informationen unter http://rewig-muenchen.de


Diskussionen

  • Ich bin dafür, das ist ein aktuelles Thema und wir brauchen alternative Konzepte zu dem, was nicht mehr oder nicht mehr gut funktioniert. Zu dem Kommentar zu "kunstforsch" kann ich nur sagen: Ich bin journalistisch tätig und habe mich mit dem Konzept und den Menschen der ReWiG schon beschäftigt und absolut keine parteipolitischen Konzepte gefunden - manchmal ist eine hohe und einstimmige Zustimmung doch möglich, wenn etwas Sinn macht.

  • Sponder ist dafür
    +2

    Das Konzept der ReWiG sieht neben der Beteiligung an Unternehmen auch noch betriebliche (Barterring) und private Tauschgemeinschaften (Nachbarschaftshilfe) mit einer Realo genannten, nur elektronisch geführten Regio-Verrechnungseinheit vor. Damit ist sie für mich eine Zusammenfassung und sogar Weiterentwicklung von Schweizer WIR-System, Tauschringen und Regionalwährungen.

    • RHE20110115 ist dafür
      +1

      RHE stimmt zu und ergänzt Sponder: Somit ist eine weitgehende Kooperation mit bestehenden und neu entstehenden Partnerorganisationen möglich, die die Realisierung der Konzepte der ReWiG sowie der Gemeinwohl-Ökonomie über alle (Bundesländer- und nationalen) Grenzen hinweg erleichtert.

      • linkerrobin ist dagegen
        +1

        ... also bevor man "dagegen" abstimmt, sollte man sich schon kundig machen >>> HP ansehen! >>> da iss überhapt nix von wegen Parteipolitik zu entdecken! Nix füa unguat auf bayrisch!

  • kunstforsch ist dafür
    0

    Ja, das hört sich alles recht sinnvoll an. Aber auch - sagen wir mal parteipolitisch gesteuert. adhoc sind 15 dafür und keiner dagegen. Da bin ich dagegen.


    Find' ich steil - das hat Zivilcourage! (von TravelingMadMacB)

    • Wie interessant, dagegen zu sein, weil 15 dafür sind! Aber woher kommt der "Verdacht" einer parteipolitischen Steuerung?

    • Die Überschrift klingt zwar etwas klassenkämpferisch, aber die ReWiG ist frei von jeglicher parteipolitischer Einflussnahme. Das sind einfach nur engagierte Menschen, die wieder "das was wirklich zählt" als Massstab für wirtschaftliches Handeln wollen.

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